RSS
Facebook
Google+
TWITTER
PINTEREST

Alles zur Höhenkrankheit – Arten, Symptome, Vorbeugung und Tipps

Infos und Tipps zur Höhenkrankheit

Oftmals wird die Gefahr der Höhenkrankheit von Reisenden unterschätzt. Tatsächlich kann die Höhenkrankheit im ungünstigsten Fall auch tödlich verlaufen. Im Grunde ist es jedoch nicht schwierig, der Höhenkrankheit auch ohne den Einsatz von Medikamenten vorzubeugen. Am wichtigsten ist es, sich und seinen Körper ausreichend Zeit zur Akklimatisation zu geben. 

 

Möchtest du nach Südamerika reisen? Wann ja, dann liegen viele spannende Reiseziele in luftigen Höhen – sehr oft auch über 3.000 Meter. Städte wie Cusco, Puno oder La Paz liegen deutlich über der angegebenen Höhe von 3.000 Metern und es sind nur einige dieser hochgelegenen Reiseziele.  Ab dieser Höhe ist es notwendig, dass du dich der Höhenkrankheit (in Südamerika: soroche) und der Akklimatisation beschäftigst. Wenn du zum Beispiel Ausflüge in die Anden oder auf das Altiplano-Hochplateau planst, dann kann eine gute Anpassung an die Höhe überlebenswichtig sein, das trifft vor allem auf Bergsteiger zu.

Die gute Nachricht gleich vorab – mit der nötigen Ruhe und Vorsicht ist es gar kein Problem, der Höhenkrankheit ausreichend vorzubeugen. Außerdem wird überall in den Andenländern von Südamerika Coca-Tee (Mate de Coca) angeboten, dieser hilft tatsächlich gegen die Höhenkrankheit.

In diesem Artikel habe ich die wichtigsten Informationen zur Höhenkrankheit für dich zusammengefasst und dazu gibt es noch einige sehr einfache Tipps, wie du ihr am besten vorbeugen kannst.

Ja, die Landschaft der Anden ist spektakulär. Es ist jedoch notwendig, sich vor Trekking-Touren mit der Höhenkrankheit zu beschäftigen.
Ja, die Landschaft der Anden ist spektakulär. Es ist jedoch notwendig, sich vor Trekking-Touren mit der Höhenkrankheit zu beschäftigen.

 

Was ist überhaupt eine Höhenkrankheit und welche Arten gibt es?

Die Höhenkrankheit tritt bei Menschen auf, die sich in große Höhen begeben oder auch dort leben. Es handelt sich im Grunde um einen Komplex zahlreicher Symptome.

Meistens tritt die Höhenkrankheit ab einer Höhe von 3.000 Metern auf. Es gibt die folgenden Arten der Höhenkrankheit:

  • am häufigsten tritt die akute Bergkrankheit (AMS = Acute Mountain Sickness) auf. An dieser milden Form leiden >20% der Bergsteiger in Höhen von mehr als 3.000 Metern. Gefährlich wird es, wenn typische Warnsignale ignoriert werden, dann kann die akute Bergkrankheit sehr schnell in ein
  • Höhenlungeödem (3.000 bis 5.000 Meter) oder auch in ein
  • Höhenhirnödem (in Höhen über 5.000 Meter) übergehen.

Ohne einen Abstieg und unbehandelt können diese Ödeme innerhalb weniger Tage zum Tod führen. Das Höhenlungenödem gilt als die häufigste Todesursache, da es oft als harmlos wahrgenommen wird. Die Häufigkeit des Höhenhirnödem beträgt nur rund 0.5 %, allerdings beträgt die Todesrate rund 40%. Aufgrund der Höhenlage von mehr als 5.000 Metern ist bei einem Höhenhirnödem nur erschwert Hilfe möglich.

 

Warum tritt die Höhenkrankheit überhaupt auf?

Der Hauptauslöser für die Höhenkrankheit ist ein zu rascher Aufstieg in große Höhen.

Die Ursache für das Auftreten der Höhenkrankheit ist der verringerte Luftdruck und damit verbundene geringere Sauerstoffpartialdruck in großen Höhen. Das führt zu einer Verengung der Blutgefäße der Lunge. Der Körper versucht, durch eine erhöhte Atemfrequenz und einen gesteigerten Ruhepuls einen Ausgleich zu schaffen (www.Bergsteigen.com). Die erhöhte Atemfrequenz kann zu einer Hyperventilation führen, dabei wird zu viel CO2 abgetmet.

Auch die Zahl der roten Blutkörperchen nimmt um ungefähr 10% zu, dadurch steigt auch der Blutdruck. Deswegen tritt wiederum ein erhöhtes Risiko für Durchblutungsstörungen, Ödeme und Thrombosen auf. Bei auftretenden Ödemen in Gehirn oder Lunge kann die Höhenkrankheit ohne Behandlung tödlich verlaufen.

 

Ab welcher Höhe tritt die Höhenkrankheit eigentlich auf?

Bei den meisten Menschen tritt die Höhenkrankheit ab einer Höhe von 3.000 Metern auf. In seltenen Fällen beginnen die Symptome auch bei Höhen von 2.000 bis 2.500 Metern.

 

Wer ist anfällig für die Höhenkrankheit?

Bei alpinen Touren im Hochgebirge solltest du grundsätzlich gesund sein und nicht an Herzkreislauf- oder Lungen-Erkrankungen leiden. Die Höhenkrankheit kann jedem gleichermaßen treffen. Menschen, die körperlich fit sind, leiden ebenso häufig unter den typischen Symptomen wie weniger trainierte.

Das Erkrankungsrisiko ist bei gesunden Erwachsenen also gleich.

Am häufigsten tritt die Höhenkrankheit bei nicht ausreichend akklimatisierten Bergsteigern auf. Statistisch gesehen erkranken Frauen häufiger als Männer, auch tritt die Höhenkrankheit bei Kindern und Heranwachsenden häufiger auf als bei Erwachsenen.

 

Was sind denn eigentlich die typischen Symptome der Höhenkrankheit?

Zuerst treten die sogenannten Frühsymptome auf. Das absolute Leitsymptom der Höhenkrankheit sind (leichte) Kopfschmerzen. Während meines Aufstiegs zum Vulkan Misti habe auch ich Kopfschmerzen gehabt. Weitere erste Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Schwäche, Müdigkeit, Schlafstörungen und Übelkeit.

Bei körperliche Warnsignalen sollte ein Abstieg um mehrere Hundertmeter erfolgen! Zu diesen Warnsignalen zählen starke Kopfschmerzen, starke Übelkeit, Herzrasen, Atemnot (bei Anstrengung) und Benommenheit. Wenn diese Symptome auftreten, dann sollte die Übernachtung in tiefergelegenen Regionen erfolgen.

Bei auftretenden Alarmsymptomen wie Bewusstlosigkeit, Lähmungen, Halluzinationen, Verwirrung oder Husten mit braunem Auswurf wird die Höhenkrankheit bereits lebensgefährlich. Dann sollte ein rascher Abstieg oder Transport in Höhen unter 2.000 Metern erfolgen, auch eine ärztliche Behandlung wird dann zwingend erforderlich.

Die Schwere der auftretenden Symptome ist in erster Linie von der erreichten Höhe und der Geschwindigkeit des Aufstiegs abhängig.

 

Was sind die Gegenmaßnahmen bei Auftreten der Höhenkrankheit?

Bei leichten Kopfschmerzen besteht z.B. kein Grund zur Beunruhigung. Bei den Frühsymptomen kann auf der gleichen Höhe übernachtet werden, so sollte lediglich kein weiterer Aufstieg erfolgen.

Beim Auftreten der körperlichen Warnsignale ist ein Abstieg um mindestens 100 Meter zu empfehlen. In diesem Fall sollte eine Ruhepause eingelegt werden, bis man sich besser fühlt. In der Regel verschwinden die Symptome innerhalb eines Tages. Während dieser Zeit ist es am besten, sich ruhig zu verhalten!

Wenn die erwähnten Alarmsymptome auftreten, dann sollte ein rascher Abstieg erfolgen, da akute Lebensgefahr herrscht. Der Abstieg sollte so lange erfolgen, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind.

Von der Einnahme prophylaktisch wirkender Medikamente gegen die Höhenkrankheit wird prinzipiell abgeraten! Der Grund ist, dass diese zu einer Nichtwahrnehmung der typischen Symptome führen. So können Bergsteiger sich und ihren Körper sehr leicht überschätzen.

 

Wie kann man sich der Höhenkrankheit vorbeugen? Die besten Tipps.

In erster Linie sind besonders Reisende oder Bergsteiger in Eile von der Höhenkrankheit betroffen. Wenn die folgenden Tipps beachtet werden, dann sollte es keine schwerwiegenden Probleme mit der Höhenkrankheit geben:

  • wenn die Reiseroute eine sinnvolle Höhenanpassung vorzieht, so kann sich der Körper i.d.R. auch vollständig akklimatisieren. Die am höchsten gelegene Stadt auf über 3.500 Metern Höhe sollte also nicht der erste Punkt der Reiseroute sein.
  • Nach dem Flug solltest du aufgrund des Jetlags deinen Körper einige Tage Zeit geben, um sich zu erholen.
  • Vor einer Bergtour ist es am besten, sich ein paar Tage zu akklimatisieren.
  • Während der Akklimatisation solltest du viel Wasser trinken (mindesten 3 Liter/Tag) und Alkohol am besten meiden oder nur in Maßen genießen. Auch während des Aufstiegs wird empfohlen, viel Wasser zu trinken. Ich empfehle dir auch leichte Mahlzeiten. Wenn du zu viel gegessen hast, dann fühlst du dich ja normal auch schlapp und müde.
  • Der Koka-Tee (Mate de Coca) hat in den Andenländern von Südamerika schon seit Jahrhunderten Tradition. Dieser Trunk hat auch schon die Inka vor der heimtückischen Höhenkrankheit bewahrt. Unter anderem enthalten Koka-Blätter neben rund ~0,5% Kokain viel Kohlenhydrate, Calcium, Proteine, Eisen, Vitamin A und B. Koka-Blätter fördern die Aufnahme von Sauerstoff und sind deswegen sehr wirksam gegen die Höhenkrankheit.
  • Ab 2.500 Metern Höhe sollte ein langsamer Aufstieg erfolgen. Der Aufstieg sollte 400-600 Meter pro Tag nicht übersteigen.
  • das Kauen von Coca-Blättern oder Bonbons hilft auch.
  • Bei der Marschroute sollten Schlafplätze in niedrigeren Höhen gewählt werden (Hoch aufsteigen – tief schlafen).
  • In der Höhe ist die UV-Einstrahlung relativ hoch, deswegen ist auch das Risiko für einen Sonnenbrand gegeben. Du solltest also auch Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor  und eine Kopfbedeckung dabei haben.
  • Während einer Tour ist es zu empfehlen, dass zwei aufeinander folgende Schlafplätze nicht mehr als 500 Höhenmeter auseinander liegen.
  • Don´t panic. Am wichtigsten ist es, die Ruhe zu bewahren.
Höhenkrankheit soroche coca
Der Coca-Tee bzw. Coca-Blätter gelten als ein wirksames Mittel gegen die Höhenkrankheit.

 

Gibt es Medikamente gegen die Höhenkrankheit?

Ja, es gibt Medikamente für die Höhenkrankheit. Sehr bekannt sind zum Beispiel Ibuprofen und Diamox. Es gibt allerdings sehr verschiedene Ansichten, ob diese verwendet werden sollten oder nicht.

Es wird oft empfohlen, auf keinen Fall Medikamente vorbeugend gegen die typischen Symptome einzunehmen. Dieses Vorgehen könnte zu Wahrnehmungsstörungen führen, so dass die auftretenden Symptome nicht auffallen. Entsprechende Warnsignale des Körpers könnten nicht als solche wahrgenommen werden.

Es gibt verschiedene Medikamente für die Behandlung von akuter, schwerer Höhenkrankheit bzw. für die Behandlung eines Lungenödems. Allerdings solltest du dich vorher zu den entsprechenden Medikamenten von einem Höhenmediziner beraten lassen. Die Verträglichkeit zu verschiedenen Medikamenten unterscheidet sich von Person zu  Person.

Meine persönliche Empfehlung ist es, vor allem auf eine sehr gute Akklimatisation vor Ausflügen oder Bergtouren in luftigen Höhen zu achten. Bei Medikamenten würde ich mich – wenn überhaupt – lediglich auf Kopfschmerz-Tabletten beschränken. 

 

Die Höhenkrankheit – mein Fazit

Meistens tritt die Höhe ab einer Höhe von 3.000 Metern auf. Das Auftreten der Frühsymptome wie leichte Kopfschmerzen ist normal und kein wirklicher Grund zur Beunruhigung. Eine kurze Pause ist dann in der Regel ausreichend.

Mit sehr einfachen Verhaltensweisen ist es möglich, sich vor Bergtouren gut zu akklimatisieren und so der Höhenkrankheit vorzubeugen. Der Körper benötigt anfangs in erster Linie einige Tage Zeit, um sich an die neue Höhe zu gewöhnen. Vor allem überstürzte Reisende haben oft Probleme mit der Höhenkrankheit! Während dere Akklimatisation solltest du möglichst auf Alkohol verzichten und viel Wasser trinken.

Während der Bergtour ist das Hineinhorchen in den eigenen Körper essenziell. Es kann auch helfen, sich mit Begleitern auszutauschen. Sind die Kopfschmerzen schwach oder stark? Bei Touren in großen Höhen ist Müdigkeit nicht überraschend, denn pro 1000 Höhenmeter lassen die körperlichen Reserven immerhin um geschätzte 10% nach.

Das Wichtigste noch zum Schluss – don´t panic =)

 

Weitere Infos zur Höhenkrankheit

 

 

Hat dir dieser Artikel denn gefallen oder sogar geholfen? Wenn ja dann teil´ ihn doch =)

Folge mir auf Facebook

In den Newsletter eintragen und einen kostenlosen Spanisch-Sprachführer abstauben =)

4 Trackbacks & Pingbacks

  1. Gesund reisen in Südamerika - Vorbereitung und Tipps
  2. Reisetipps für dein Peru-Abenteuer: praktische Tipps, Geheimtipps und Finanzen
  3. Mit der Andenbahn von Lima nach Huancayo - Adventureluap
  4. Chico Grande mit schlechter Laune - Fernweh

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Close