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7 Gründe, warum ich Peru vermisse

Warum ich Peru vermisse
Einen Teil meines Herzens habe ich an Peru verloren

Es gibt viele Gründe, warum ich Peru vermisse. Ich habe insgesamt 5 Monate meines Lebens in Peru verbracht. Es war eine wunderbare Zeit, an die ich immer gern zurückdenke. Wenn ich mich an Peru zurück erinnere, dann muss ich immer lächeln.

 

Warum ich Peru vermisse – in Peru weiß jeder, was ein Geologe ist

Wenn ich in Deutschland Leuten erzähle, dass ich Geologie studiere dann schauen sie mich oft ziemlich perplex an und fragen  „Aha, und was macht man so als Geologe?“ oder „Was muss ich mir denn unter einem Geologen vorstellen?“. Es gibt sogar Menschen, welche mich gefragt haben „Theologie?“ und dann haben sie sich weggedreht. Viele haben seltsame Vorurteile gegenüber Geologen und oft wird dieser Beruf belächelt. Aber warum eigentlich? Manchmal nervt mich das tierisch.

In Peru ist mir das nie passiert. In Peru wusste jeder, was ein Geologe ist und was er tut. Sobald ich den Leuten dort erzählt habe, dass ich „Geología“ studiere waren sie neugierig und vor allem beeindruckt. Das war für mich natürlich immer erfreulich. Daran könnten sich manche mal ein Beispiel nehmen, denn der Geologe übt nämlich einen Beruf von überragender Bedeutung aus =).

In Peru ist der Bergbau neben den Tourismus der wichtigste Industriezweig. Peru ist ein rohstoffreiches Land, die Geologie ist von großer Bedeutung. Seit mehr als 2000 Jahren werden in Peru Gold, Silber und Kupfer abgebaut und auch heute noch ist Peru einer der wichtigsten Produzenten überhaupt für diese Metalle. Der Rohstoffreichtum von Peru ist auch ein wesentlicher Grund für die damalige Rücksichtslosigkeit der spanischen Eroberer. Gemäß Wikipedia macht der Export von Erzen  in Peru immerhin rund 60% aller Ausfuhrerlöse aus.

In Peru ist der Beruf des Geologen kein Mythos
Warum ich Peru vermisse: in Peru ist der Beruf des Geologen kein Mythos

 

 

Warum ich Peru vermisse – die Neugierde, Fürsorge und Gastfreundlichkeit der Peruaner

Ja, die Peruaner sind sehr gastfreundlich und waren mir gegenüber stets aufgeschlossen. Immer begegnete man mir mit Neugierde und dank meiner Sprachkenntnisse hatte ich mich sehr schnell wohl gefühlt. Es ist relativ einfach, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und das erlernte Spanisch zu erproben. Kannst du eigentlich Spanisch? Es gibt viele Gründe, um Spanisch zu lernen. Ohne Sprachkenntnisse ist man einfach nur ein Gringo. Sobald ich aber „Hola“ gesagt habe, war ich aber kein Gringo mehr.

Auch waren immer viele Peruaner sehr fürsorglich und auf meine Sicherheit bedacht. Wenn ich in Lima nach dem Fußball mit dem Metropolitano zurückfahren musste, dann sind einige Freunde aus Sorge extra ein paar Stationen mitgefahren. Wenn ich etwas gesucht habe, dann haben mich Unbekannte mit den besten Tipps versorgt.

 

Warum ich Peru vermisse – das Essen von Peru ist sooooo köstlich

Ja, die Küche von Peru ist einfach sagenhaft lecker. Die Peruaner sind auch zu Recht sehr stolz auf die Küche ihres Landes. Wenn ich an das Essen in Peru denke, dann läuft bei mir sofort das Mundwasser zusammen und ich bekomme leuchtende Augen. Bisher konnte mich noch kein anderes Land durch seine Küche so sehr begeistern. Die Küche von Peru zeichnet sich vor allem durch Kulinarik und Vielfalt aus. Ariana hat es in einem ihrer Artikel sehr treffend formuliert: in Peru geht der Nationalstolz durch den Magen. Hier kannst du einiges über typische Gerichte in Peru lesen.

Das beste dabei ist: das Essen ist auch meistens noch ziemlich preiswert. Überall in Peru gibt es ein Menú del día (Tagesmenü) für 5 bis 15 Soles. Das Menú del día enthält in der Regel zwei Gänge und ein Getränk.  Am einfachsten ist es natürlich immer im Markt (mercado). Noch dazu gibt es in jedem Mercado leckere Fruchtsäfte (Jugos), ich habe mir jeden Tag eine solche Vitaminbombe gegönnt. Mein Favorit war immer „Fresas con leche“  (Erdbeeren mit Milch) oder der „Jugo mixto“ – gemischter Fruchtsaft.

Warum ich Peru vermisse
Warum ich Peru vermisse: das Essen war ein immerwährender Genuss.

 

Warum ich Peru vermisse
Ein weiterer Grund, warum ich Peru vermisse: die leckeren Fruchtsäfte

 

Warum ich Peru vermisse – die verrückten Micro Busse

Vor allem das Fahren mit den Micro-Bussen habe ich in Peru geliebt. Die meisten dieser Busse waren verbeult, die Sitze waren abgewetzt. Es war stickig in den Micros. Die Fahrt kostete meistens nur zwei Soles oder weniger. Auch an den Fahrstil musste ich mich erst gewöhnen. Mein Vater als Fahrlehrer hätte wahrscheinlich gesagt: „Die fahren ja wie die Friseure!“

Dennoch muss ich sagen: in den Micros hatte ich oft ein besseres Gefühl als bei den meisten Taxifahrern. Wenn ich in einen Micro gestiegen bin, dann war immer alles… unerwartet. Diese Micros waren einfach….das total liebenswerte und personifizierte Chaos. Die Fahrten waren ungezwungen und unvorsehbar und ich bekam so einen Einblick in die Kultur und Lebensweise der Peruaner. Es ging einfach öfters mal alles drunter und drüber, genauso wie der Verkehr in Lima.

Manchmal waren die Busse voll, so dass ich eine Stunde lang in leicht gebückter Haltung stehen musste, da ich einfach zu groß war. Das sagte schon das eine oder andere Mal für Belustigung. Das nächste Mal wiederum war der Micro fast leer und ich konnte mich auf einen der  kleinen Sitze zwängen, dabei musste ich immer irgendwie meine beiden langen Beine zur Seite räumen. Auch das sorgte für Belustigung.  Es gab keine festen Haltestellen. Die Leute konnten überall den Bus anhalten und einsteigen.

Auf diesen Fahrten habe ich oft die verrücktesten Leute kennen gelernt. Eine Frau steigt ein und setzt mir kurzerhand eines ihrer beiden Kinder auf den Schoß, welches mich dann mit großen Kulleraugen anschaut. Ein junger Mann steigt ein und als er erfährt woher ich komme, da spielt er kurzerhand Gitarre und singt die erste Strophe von „99 Luftballons“ mit superschrägen Akzent.

Ja, wenn ich an Peru denke, dann denke ich vor allem auch an die abwechslungsreichen Busfahrten.

Warum ich Peru vermisse
Ein typischer Micro in Peru

 

 

Warum ich Peru vermisse – die Mercados waren grandios

Wenn jemand mich fragen würde „Was ist typisch Peru?“, dann würde mir spontan „Mercado!“ einfallen. Auf den Mercados in Peru herrscht das bunte und pralle Leben. Die Marktfrauen stehen hinter ihren Stand mit streng zusammen gebunden Haaren und Schürze, vor ihnen liegt die Ware: Fisch, zu Stapel aufgetürmtes Obst und Gemüse, Kartoffeln (Peru ist das Land der Kartoffel) und Fleisch.

Vor allem der Mercado San Pedro in Cusco, der Mercado in Arequipa und ein weiterer Mercado in Lima im Stadtteil Chorillos haben es mir angetan. Ein frisch gepresster Fruchtsaft am Morgen (du musst unbedingt einen „Jugo mixto“ probieren), das laute Rufen der Verkäufer, das Chaos und die von allen Seiten auf mich einströmenden Gerüche. Vor allem in den ersten Wochen entdeckte ich auf zahlreichen Mercados jeden Tag eine neue  mir unbekannte und exotisch erscheinende Frucht. Ich konnte gar nicht genug davon bekommen, mich in einem Mercado treiben zu lassen und mit allen Sinnen zu fühlen. Am schönsten war es, wenn ich mich für einen Stand entschieden habe und die Verkäuferin dabei gelächelt hat wie ein Honigkuchenpferd. Das Lächeln wurde noch breiter, wenn ich dann Spanisch gesprochen habe.

Diese lebhaften, bunten Mercados verkörpern für mich einfach Peru: Vielfalt, Lebhaftigkeit, angenehme Gerüche, leckeres Essen, Chaos und Überraschung.

Warum ich Peru vermisse - die mercados
Auf einem typischen Mercado in Peru

 

Warum ich Peru vermisse – Meine Lieblingsfamilie

Einen großen Teil meiner Zeit lebte ich in Lima, genauer gesagt im Stadtteil Rímac. Wenn ich das heute jemanden aus Perú erzähle, dann sagt er meistens „que peligroso“ – wie gefährlich. Tatsächlich ist Rímac eher einer der ärmeren Stadtteile in Lima. Viele meiner schönsten Momente hatte ich hier in Rímac, genauer gesagt im Hause der Familie Podestá.

La familia Podestá ist meine absolute Lieblingsfamilie in Peru. Ein Bekannter von mir hatte vorher eine Peruanerin kennen gelernt (mittlerweile sind sie verheiratet) und sie hatte mir gesagt, dass ich bei ihrer Familie herzlichst eingeladen bin. Sofort fühlte ich mich wohl, am Ende habe ich mit im Haus gewohnt und es war für mich so, als würde ich zu Hause leben.

Ja, ich vermisse die Familie Podestá und das Haus. Mir fehlt die kühle Dusche am Morgen, ich vermisse das Spielen mit den beiden Mädels an der Playstation. Oft erinnere ich mich an die lustige Aussprache, wenn ich jemandem aus der Familie ein paar Wörter deutsch beigebracht habe (versuche es mal mit „Schweinsteiger“). Ich vermisse die vielen lustigen Momente und diese angenehme familiäre Atmosphäre und auch die ersten Erfahrungen darin, meine Wäsche per Hand zu waschen.  Ich vermisse das sonntägliche Mittagessen im Kreise der Familie, wenn im Hintergrund die Fußballspiele übertragen wurden. Die Fußballabende mit Sergio und seinen Freunden um Mitternacht auf einem Betonplatz. Die Karaoke-Abende bis 04:00 Uhr nachts, auch wenn ich mit meiner Performance immer der schlechteste war.

Warum ich Peru vermisse
Lange habe ich im Haus der Familie Podestá gewohnt – es war eine wunderbare Zeit voll schöner Augenblicke. Ein Foto von Sergio, aufgenommen in Arequipa.

 

 

Warum ich Peru vermisse – Die Landschaft und die Vielfalt sind einzigartig

Peru steht für grandiose Landschaften und Vielfalt. In Peru sind der üppige Amazonas-Regenwald, eine der trockensten Wüsten weltweit und die Gebirgsketten der Anden zu Hause. Das Land der Inka steckt voller Möglichkeiten und ist ein Paradies für Reisende und Backpacker, welche die Abwechslung lieben. Beim Reisen durch das Land hatte ich manchmal den Eindruck, dass ich einen ganzen Kontinent bereise.

Die Freizeitmöglichkeiten in Peru sind unerschöpflich: man kann Vulkane besteigen, Inka-Stätten erforschen, in der Nazca Wüste mit dem Board die Sanddünen runter düsen, 5.000 Meter hohe Gletscher bewundern oder auch Touren in den Regenwald unternehmen. Das Besondere in Peru ist auch, dass man beim Reisen ganz nebenbei tief in die Geschichte eintaucht. Die Festung Machu Picchu ist eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Südamerika. In Peru warten aber auch zahlreiche prä-inkaische Stätten darauf, von dir entdeckt zu werden. Die Festung Kuelap  zum Beispiel ist älter, größer und höher gelegen als Machu Picchu und es handelt sich um das größte Bauwerk in Südamerika.

Ich vermisse die altehrwürdigen Stätten, ich vermisse die dünne Luft auf mehr als 4.000 Meter  Höhe. Mir fehlen die Landschaften und außerdem vermisse ich die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten in nur einem Land – noch dazu ist das Reisen in Peru für wenig Geld kein Problem.

 

Warum ich Peru vermisse
Machu Picchu – die bekannteste Sehenswürdigkeit Perus

 

Kuelap ist höher gelegen, älter und größer als Machu Picchu
Kuelap ist höher gelegen, älter und größer als Machu Picchu

 

 

 

Warst du auch schon mal in Peru? Was vermisst du denn eigentlich mit am meisten?

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6 Kommentare zu 7 Gründe, warum ich Peru vermisse

  1. Schööön! Ich vermisse mein Peru ganz arg. Da weiß auch fast jeder was ein Geograph ist 😀 Ich kann dir versichern, die Liebe bleibt und wird mit den Jahren noch viel intensiver. Da spreche ich aus eigener Erfahrung 🙂
    LG Sonja

1 Trackbacks & Pingbacks

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