RSS
Facebook
Google+
TWITTER
PINTEREST

Valparaíso in Chile, die bunte Hafenstadt am Pazifik

ein kurzer Reiseführer

Valparaiso Chile
Wenn du dir etwas vom Herzen wünschst, dann erfüllen sich deine Träume.

Valparaíso, das ist die Stadt der Hügel und Graffitis. Valparaiso, das ist Chaos gepaart mit Kreativität und Leidenschaft, denn hippie Künstler verpassen der Stadt ihr so unverwechselbares Gesicht. 

 

Pablo Neruda über Valparaíso in Chile

Mein erster Wochenendausflug während meines Auslandsstudiums in Chile führt mich von Concepción nach Valparaíso („Paradiesestal“), jene einst so blühende Hafenstadt nordwestlich von Santiago de Chile. Nach einer 9-stündigen Busfahrt mit Ausblick auf die Ausläufer der Küstenkordillere der Anden nehme ich am Busterminal Rodoviario ein Taxi und lasse mich zu meinem Hostel am Cerro Alegre bringen (Kosten Taxi 4.000 – 6.000 Pesos). Valparaíso wirkt auf mich zunächst zerschlissen und heruntergekommen.

30 min später verlasse ich mein Hostel (Dormitorio, 8.000-9.000 Pesos) und trete hinaus. Sofort wundere ich mich, wie viel Charme mancher Ort versprühen kann. Beim Umherschlendern ohne ein Ziel durch die Straßen und Gassen merke ich, dass Valparaíso ein ganz eigenes und irgendwie auch chaotisches Flair hat. Um es mit den Worten des chilenischen Schriftstellers Pablo Neruda zu sagen: „Valparaíso, wie töricht du bist… du kämmtest nicht dein Haar, hattest nie Zeit dich anzukleiden, das Leben hat dich stets überrascht.“ Das Chaos hat System in Valparaíso, gepaart mit Kreativität, Leidenschaft und einen Hauch von San Francisco.

 

Valparaíso bei Nacht

Nachdem ich im Hostel eingecheckt habe, streife ich noch ein wenig umher. Sofort fasziniert mich das nächtliche Valparaíso.  Nicht Hippie, sondern Happie- Künstler gaben der Stadt ihr so unverwechselbares Gesicht.

Graffitis finden sich hier überall: an Häuserwänden entlang der Straßen und in sich verwinkelten Gassen, auf Dächern, an Laternenpfählen, auf der Straße, am Fußweg…  Die graffitibesprühten oder in lebhaften Farben gestrichenen Wellblechhütten am Rande der Straße scheinen wie Schwalbennester aneinander zu kleben. Die Straßen und Gassen: ein einzelnes angelegtes Wirrwarr, an den  Cerros hinauf und herunter. Mir scheint es, als hätte man die Behausungen entlang der Hänge wild übereinander gestapelt, wie vom Himmel gefallene angemalte Pappkartons, die Konstruktion erinnert mich an ein Kartenhaus. Häuserzeilen öffnen sich unmittelbar und offenbaren einen Blick auf den anliegenden Cerro, ein Panaroma aus buntem Chaos.  Ansteigende und bemalte Treppen, jede für sich ein Kunstwerk.

Valparaíso wird sicher niemals den Anspruch erheben, die sauberste und sicherste Stadt in Südamerika zu sein: die Farbe an den Behausungen blättert ab, es stinkt mancherorts aus allen Ecken nach Pisse und Dreck. Betrunkene torkeln mir entgegen, einer von ihnen beschimpft mich als „Gringo Asshole“. Ich schaue ihn an: er hat die Mütze tief ins Gesicht gezogen, sein schütteres lockiges Haar ragt an den Seiten hervor. Die untere Reihe seiner Zähne ist teils rußgeschwärzt, eine  klamme Zigarette ragt aus einer Zahnhülle hervor. An der oberen Zahnreihe, da würde nicht mal eine Zigarre reinpassen, es fehlen schon zu viele Zähne. Straßenhunde an jeder Ecke, sie  blicken mich traurig und seelenruhig an. Manche schwach erleuchtete Gasse meide ich gleich, mir stellen sich schon die Nackenhaare beim Hineinsehen auf.

Valparaíso Chile nachts
Auch nachts ist der Charme von Valparaiso nicht zu übersehen.

 

Man möchte verweilen und umherstreifen

Aber dennoch: irgendwie lädt diese Stadt zum Umherstreifen und gleichzeitig aber auch zum Verweilen ein. Manchmal wechsele ich die Straßenseite, nur um eine andere Perspektive auf meine Umgebung zu haben und ich staune immer wieder neu. Es erschließt sich mir augenblicklich, weshalb der historische Stadtkern Valparaísos 2003 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde und weshalb Chilenen „ihr“ Valparaíso stolz als „Perle des Pazifiks“ bezeichnen. Ich laufe den Cerro hinauf und finde mich in der Avenida Alemania wieder: es zeigt sich mir ein Panorama auf das chaotische nächtliche Lichtermeer von Valparaíso oberhalb des Hafens, dahinter der ewige dunkle Pazifik. Dummerweise habe ich meine Kamera im Hostel gelassen, da ich die Stadt erstmal auf mich wirken lassen wollte.

 

Der nächste Morgen

Am nächsten Morgen verlasse ich um 9 Uhr das Hostel, um für den Tag gänzlich in die Stadt und die Cerros einzutauchen.  Nach einer Stunde stehe ich vor den Palacio Baburizza, welcher übrigens das „Museo de Bellas Artes“ beherbergt. Normalerweise hätte ich vom Hostel bis zu dieser Stelle weniger als 10 Minuten gebraucht, doch ich entdecke so viele Gassen, teils ineinander verwinkelt. Tausende Graffitis mit viel Liebe zum Detail warten darauf, entdeckt und bewundert zu werden- überall in Valparaíso. Sie springen mich förmlich an und mir wird klar, was „Augenweide“ bedeutet. Überall scheint den Künstlern eine innere Stimme entgegenzurufen: „Komm schon Baby, verpass mir ein Gesicht!“

Unterwegs zum Palacio Baburizza. Graffitis finden sich überall.
Unterwegs zum Palacio Baburizza. Graffitis finden sich überall.

 

Valparaíso Chile Palacio Baburizza
Der Palacio Baburizza in Valparaíso.

 

Der Hafen von Valparaíso

Seitlich des Palastes setze ich mich unter einen alten Baum auf eine abgenutzte Bank, welcher die beiden vordersten Latten fehlen: das ist typisch Valparaiso.  Zahlreiche Zigarettenstümmel liegen im Dreck, hier scheinen wohl oft Leute zu sitzen. Hinter den Bäumen und Wolkenkratzern, dort liegt der Hafen.  Lange war dieser Hafen der bedeutendste im südpazifischen Raum, doch im Jahr 1914 wurde der Panama-Kanal eröffnet. Der Hafen liegt in einer nach Norden geöffneten Bucht, das herrlich ungeordnet bunte Wellblechmeer der Stadt zieht sich, mit angerosteten Dächern, an den angrenzenden Hängen der Hügel (Cerros) der Küstenkordillere hinauf. Teils scheinen die Häuser an den Cerros zu kleben, teils stehen sie auf Strecken oder Stelzen und man fragt sich, wo wohl der Eingang liegt. Ich erinnere mich erneut an das Kartenhaus. Valparaíso, das ist ein einzelnes und buntes Durcheinander.  Eines ist klar: die Cerros, die machen den Reiz Valparaísos aus.

Valparaiso Chile Hafen
Aussicht auf den Hafen von Valparaiso.

 

Der Cerro Alegre in Valparaíso
Der Cerro Alegre in Valparaíso

 

Die Ascensores von Valparaíso

Ich folge unterhalb des Palacios den bunt angemalten Treppen der Gasse Apolo und gelange so zur Calle Urriola. Am oberen Ende dieser Straße liegt das Café „El Desayunador“, hier gibt es neben Café zahlreiche Sandwiches im Angebot. Über die Paseo Dimalow gelange ich  zur Drahtseilbahn (ascensor) „Reina Victoria“. Man kann nicht nur über steile Treppen von  der Oberstadt zur Unterstadt oder von Cerro zu Cerro   gelangen, sondern auch mit den ascensores. Bei „Reina Victoria“ handelt es sich um eine der 10 immer noch in Betrieb befindlichen Aufzüge.

Von der oberen Station habe ich einen hervorragenden Rundumblick: in südöstlicher Richtung der Cerro Panteón mit seinen majestätischen Friedhöfen (cementerios), im Nordosten erkenne ich die Lutheranerkirche Valparaísos (Iglesia Luterana de Valparaíso) am Cerro de Concepción, welcher die Sicht auf den Hafen großteils versperrt. Nach kurzem Staunen steige ich in den altmodischen Aufzug, um nach unten zu gelangen. Der Aufzug gibt ein stöhnendes Ächzen von sich, es  ruckelt und wackelt, alle Mitfahrer lachen, genießen den Ausblick durch vergilbte und zerkratzte Scheiben

 

Valparaiso Chile
Auch auf den Dächern wird Kunst gelebt

 

Eines der vielen Graffitis, welche Valparaíso so einzigartig machen.
Eines der vielen Graffitis, welche Valparaíso so einzigartig machen. An der Station Reina Victoria.

 

Valparaiso Reina Victoria Cerro Pantheon
Blick von der oberen Station der Reina Victoria auf den Cerro Panteón.

 

Wenn du dir etwas vom Herzen wünschst, dann erfüllen sich deine Träume.
Wenn du dir etwas vom Herzen wünschst, dann erfüllen sich deine Träume.

 

Der Straßenkünstler Teo Doro lässt drei Werke Vincent van Goghs miteinander verschmelzen: „Zypressen“, „Sternennacht“ und „Die Sonnenblumen“
Der Straßenkünstler Teo Doro lässt drei Werke Vincent van Goghs miteinander verschmelzen: „Zypressen“, „Sternennacht“ und „Die Sonnenblumen“

 

Valparaiso Chile
Eines der typischen Graffitis in Valparaiso

 

"We are not hippies, we are happies"
„We are not hippies, we are happies“

 

 

Die Friedhöfe (cementerios) in Valparaíso

Auch ein Besuch der drei Friedhöfe (Cementerio N°1 und 2, Cementerio de Disidentes) auf dem Cerro Panteón lohnt sich: sehenswerte Mausoleen und Gräber aus Marmor oder Naturstein, wo man auch hinschaut. Der katholische Friedhof ist der älteste (Cementerio N°1), später wurde der Dissidentenfriedhof (Cementerio de Disidentes) für europäische Immigrantenfamilien errichtet, der Friedhof N°2 ist eine Erweiterung des katholischen Friedhofs.

Ruhig ist es hier, die Aussicht auf Valparaíso und den tiefblauen  Pazifik ist spektakulär. Stillschweigend blicke ich nach Osten auf den Cerro Bellavista und denke mir: wenn Hundertwasser eine Stadt gezeichnet hätte, dann würde sie vielleicht so aussehen wie Valparaíso. Ich schlendere weiter am Cementerio N°2 entlang: umherstreunende Katzen, welche mich ausdruckslos anschauen und verwinkelte Wege, randlich gesäumt von Sträuchern, Gräbern und eingestürzten Mausoleen. Marmorgrabplatten auf den Grabsteinen, von Kletterpflanzen wahllos überwuchert. Engelsfiguren schauen flehend in den Himmel. Steinerne Löwen blicken mich vorwurfsvoll an, als ich die Kamera zücke. Zahlreiche Grabsockel zeigen Risse und Spalten, vielleicht handelt es sich um Zeitzeugen des schweren Erdbebens im Jahre 1906?

Valparaiso Chile Friedhofe Sehenswürdkeiten
Auch die Friedhöfen von Valparaíso am Cerro Panteón lohnen einen Besuch.

 

Ascensor Concepción – der älteste Aufzug von Valparaíso

Wenn man am Fuße des Cerro Panteón der Avenida Esmeralda nach Nordwesten folgt, so gelangt man zum Ascensor Concepción. Dieser verbindet die untere Calle Prat mit den Paseo Gervasoni am Cerro de Concepción, außerdem handelt es sich um den ältesten Ascensor Valparaísos. Die Fahrt kostet lediglich 300 Chilenische Pesos, der verschwommene Ausblick durch die vergilbten Fenster auf den Hafen ist gratis. Zwei Minuten später stehe ich oben und blicke auf den berühmten Hafen. Zahlreiche Restaurants befinden sich hier, wer es sich also leisten möchte, der kann beim Abendessen den Ausblick auf die Bucht und den Pazifik genießen.

In der Straße Paseo Gervasoni findet sich auch das „Museo Casa de Lukas“ (Paseo Gervasoni 448), es beherbergt zahlreiche Karikaturen und Zeichnungen des bekannten Künstlers. Ein Besuch ist empfehlenswert, doch zum Verstehen der Karikaturen sind gute Spanisch- und auch Chile-Kenntnisse hilfreich.

Valparaiso Chile Hafen Cerro Concepción
Aussicht vom Cerro Concepción auf den Hafen von Valparaiso.

 

Die Plaza Sotomayor – am Hafen von Valparaíso

Spaziert man quer zum Paseo Gervasoni die Avenida Templeman  entlang, welche über den Cerro Concepción und den Cerro Alegre verläuft, so kann man viel entdecken. Hier liegen auch zahlreiche Bars und Restaurants, an denen man den Abend bei einen Glas Pisco Sour angenehm ausklingen lassen kann.

Ich jedoch fahre den Ascensor Concepción nach unten, so ist es nicht weit zur „Plaza Sotomayor“ und zum schönsten Teil des Hafens von Valparaíso.  Die Plaza Sotomayor kann getrost als der Hauptplatz bezeichnet werden und wird umgeben von repräsentativen Bauten. Hier erinnert auch ein Denkmal an die Helden der Seeschlacht von Iquique („Monumento de los Heroes de Iquique“), an der SW-Stirnseite befindet sich das Hauptquartier der chilenischen Marine in beeindruckender hellblauer, viktorianischer Fassade. Gegenüber dem Marine-Hauptgebäude befindet sich der Landungssteg, von hier beginnen die Hafenrundfahrten für Touristen.

Valparaiso Chile Plaza Sotomayor
Das Marine-Hauptebäude an der Plaza Sotomayor in Valparaiso.

 

Von der Plaza Sotomayor ist es auch nicht mehr weit bis zum Cerro Artillería. Der Aufzug wurde 1893 eingeweiht, an der oberen Station Paseo de 21 de Mayo gibt es auch einen wunderbaren Aussichtspunkt mit schönem Blick auf den Hafen von Valparaíso.

 

Allgemeines zu Valparaiso

Wo liegt Valparaíso in Chile?

Valparaíso liegt im Zentralen Chile im südlichen Teil der Bucht von Valparaíso (Bahía de Valparaíso). Der berühmte Badeort Viña del Mar liegt an der Nordseite der Bucht.  Die Hauptstadt Santiago de Chile befindet sich ~120 km östlich von Valparaíso.

 

Hinkommen und Weiterfahrt

Valparaíso ist problemlos von Santiago aus per Bus zu erreichen, die Fahrt dauert 1.5 h. Das Ticket für die Busfahrt kannst du problemlos am jeweiligen Busterminal vor Ort kaufen oder auch online bestellen über recorrido. Sehr empfehlen würde ich in Chile die Busgesellschaften Tur-Bus und Pullmann.

 

An dieser Stelle noch eine kurze Übersetzungshilfe für die Buchung:

Origen – Ort der Abfahrt

Destino – Zielort

Ida – nur Hinfahrt (one way)

Ida y vuelta – Hin- und Rückfahrt

Fecha de Ida – Tag der Abfahrt

Fecha de regreso – Tag der Rückkehr

 

Hostels in Valparaíso

  • The Yellow House (Capitán Muñoz Gamero Nº 91. Cerro Artillería): ein schönes Hostel mit sehr freundlichem Personal. Vor allem über das Frühstück mit köstlichen Ei, Joghurt und leckeren Café habe ich mich immer sehr gefreut.
  • Hostal Po (Urriola 379): das Hostel ist sehr günstig gelegen am Cerro Alegre und ist optimal auf Backpacker eingestellt.
  • Hostal Cerro Alegre (Urriola 562): ein sehr schönes und günstig gelegenes Hostel

 

Unternehmungen/Touren und Sehenswürdigkeiten für Valparaíso nochmal im Überblick

Free Tour Valparaíso:

Die Free Tour Valparaíso findet täglich statt und ist auch sehr zu empfehlen. Angeboten wird die Tour auf Spanisch, Englisch und Portugiesisch.

 

Tour 4 Tips:

Die Tour 4 Tips findet täglich um 10:00 und 15:00 statt. Beginn ist an der Plaza Sotomayor, weitere Informationen findest du hier.

 

Valpo Street art:

Die Valpo Street art tour ist sehr zu empfehlen, wenn du dich für Graffiti-Kunst interessiert. Weiteres erfährst du hier.

 

Cerro Alegre/ Cerro Concepción:

Die historische Altstadt von Valparaíso rund um die beiden Cerros Alegre & Concepción wurde im Jahr 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Auf diesen beiden Cerros erwarten dich vermutlich auch die schönsten Graffiti-Kunstwerke von Valparaíso.

Bunt bemalte Treppen an der Calle Urriola am Cerro Alegre
Bunt bemalte Treppen an der Calle Urriola am Cerro Alegre

 

So streicht man also eine Wand =)
Eine Anleitung zum Streichen an einer Hauswand am Cerro Alegre =)

 

Die Aufzüge von Valparaiso:

Es gibt insgesamt 40 Hügel (Cerros) in Valparaíso. Deswegen sind auch zahlreiche Aufzüge (ascensores) konstruiert worden, diese zeugen teilweise vom goldenen Zeitalter der Stadt. Einst waren 30 Aufzüge in Betrieb, derzeit sind es 15.

Auch eine Fahrt mit den beiden Aufzügen (ascensores) „Reina Victoria“ (Cerro Alegre, obere Station „Paseo Dimalow“) und „Concepción“ (am Cerro Concepción, Verbindung zwischen der unteren „Calle Prat“ mit den Paseo Gervasoni) solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen. Der Ascensor Concepción ist übrigens der älteste Aufzug von Valparaíso und die Fahrt kostet nur 300 Chilenische Pesos (~40 Cent), der Ausblick durch die vergilbten Scheiben auf den Hafen ist gratis. In der Straße Paseo Gervasoni hast du einen netten Ausbklick auf die Bucht von Valparaíso. Hier findet sich auch das „Museo Casa de Lukas“, es beherbergt zahlreiche Werke und Karikaturen des bekannten Künstlers, doch für ein tieferes Verständnis sind gute Spanisch- und auch Chile-Kenntnisse sehr hilfreich.

Ausblick vom "Paseo Gervasoni" auf den Hafen von Valparaíso
Ausblick vom „Paseo Gervasoni“ auf den Hafen von Valparaíso

 

Avenida Alemana

Übrigens hast du vor allem nachts sehr spektakuläre Aussichten von der Avenida Alemania auf den Hafen und die umliegenden Cerros der Stadt. Vor allem bei Vollmond ist der Ausblick einfach atemberaubend. Du solltest allerdings auch vorsichtig sein, da in dieser Gegend oft Taschendiebe unterwegs sind und gerade abends beginnt ja bekanntlich der Arbeitstag der Kriminellen.

Die Avenida Alemania am Cerro Alegre
Die Avenida Alemania am Cerro Alegre

 

Friedhöfe/ Cementerios

Drei Friedhöfe (Cementerio N°1 und 2, Cementerio de Disidentes) befinden sich unmittelbar am Cerro Panteón. Der Katholische Friedhof (Cementerio N°1) ist der älteste, bei den Cementerio N°2 handelt es sich um eine Erweiterung des Katholischen Friedhofes. Der jüngere Dissidentenfriedhof ist für europäische Immigranten errichtet worden. Auf den Friedhöfen sind vor allem die Grabsteine und Statuen aus Marmor sehr sehenswert. Die Wege sind verwinkelt, sie werden am Rand von Gräsern, Sträuchern, Bäumen und teilweise eingestürzten Mausoleen gesäumt.

An mancher Stelle hat man eine sehr schöne Aussicht auf den stahlblauen Pazifik oder auf den Cerro Bellavista („Schöne Aussicht“).

 

Friedhof Valparaíso

 

Die Plaza Sotomayor

Die Plaza Sotomayor ist der Hauptplatz von Valparaíso und wird umgeben von historischen Prachtbauten. An der Plaza gibt es auch das beste Eis der Stadt.

Das Hauptgebäude der chilenischen Marine (Armada de Chile) erhebt sich an der Südwest-Stirnseite der Plaza in einer beeindruckenen, hellblauen Fassade. Im Zentrum der Plaza erinnert ein Denkmal an die Helden der Seeschlacht von Iquique.

Das Hauptgebäude der Marine an der Plaza Sotomayor in Valaparaíso
Das Hauptgebäude der Marine an der Plaza Sotomayor in Valaparaíso

 

Direkt an der Plaza liegt der schönste Teil des Hafens von Valparaíso, hier beginnen auch die Hafenrundfahrten für Touristen. Übrigens war der Hafen von Valparaíso einst der bedeutendste im südpazifischen Raum, dies änderte sich jedoch schlagartig mit der Eröffnung des Panama-Kanals im Jahr 1914.

Der Cerro Artillería liegt nördlich von der Plaza Sotomayor. Du kannst am Hafen direkt der Straße Errázuriz folgen, der Cerro liegt schließlich auf der linken Seite. Per Aufzug (Ascensor Artillería) gelangt man zum Paseo 21 de Mayo, dort gibt es einen Aussichtspunkt (mirador) mit sehr schönem Blick auf den Hafen von Valparaíso.

Blick auf den Hafen vom Aussichtspunkt (Mirador) am Cerro Artillería
Blick auf den Hafen vom Aussichtspunkt (Mirador) am Cerro Artillería

 

Playa Anchas

Im Stadtteil Playa Anchas liegt ein sehr schöner Strand an der Bucht „Las Torpedillas“. Valparaíso ist im Gegensatz zu Viña del Mar nicht gerade als Strand- und Badebort bekannt. Der Strand an der Bucht ist jedoch sehr ruhig gelegen und der Anblick der sich an den Felsen brechenden Wellen unter blauem Himmel ist äußerst beruhigend.

Die Bucht Las Torpedillas in Playa Anchas

 

Essen und Ausgehen

Essen:

An Restaurants mangelt es in Valparaíso nicht. Wer etwas feiner essen gehen möchte: am Paseo Gervasoni (ascensor Concepción) finden sich sehr schöne Restaurants, teils auch mit wirklich schöner Aussicht auf den Pazifik.

Ein Frühstück könntest du zum Beispiel im Bistro „El Desayunador“ (Almirante Montt 399) zu dir nehmen, hier gibt es auch sehr leckere Sandwiches und Café. Wenn du lieber Fisch essen möchtest, so kannst du das Restaurant „Porto Viejo“ (Cochrane 99, unweit der Plaza Sotomayor) besuchen.

Wenn du eher bei schönem Ambiente ein selbstgebrautes Bierchen trinken möchtest, so bist du an der „Altamira Brewerey“ (Avenida Elias 126, Ecke Cumming) genau richtig.

Ausgehen:

So wie es sich für eine verruchte Stadt gehört, ist auch das Nachtleben in Valparaíso sehr lebhaft. Viele Bars finden sich entlang der Avenida Templeman (Cerro Alegre). Gehe jedoch besser mit einer Gruppe aus, vor allem abends kommt es in Valparaíso öfters zu Überfällen auf Touristen.

 

Sicherheit in Valparaiso

Chile ist prinzipiell ein sehr sicheres Land zum Reisen, doch Valparaíso ist zu manchen Zeiten und an manchen Orten kein ungefährliches Pflaster für Reisende. Daher solltest du die Sicherheitsregeln unbedingt im Hinterkopf haben.

Prinzipiell meiden solltest du zum Beispiel die Straßenzüge oberhalb der Avenida Alemania und westlich der Plaza Sotomayor. Auch in Hafennähe ist vor allem abends Vorsicht geboten.

 

Fazit zu Valparaíso

Wenn ich mit Chilenen über Valparaíso spreche, so fangen sie häufig an zu schwärmen: über das Flair der Cerros, über die vielen wunderbaren Graffitis. Sie sagen mir, dass man immer wieder eine neue Gasse entdeckt, dass jeder Cerro für sich etwas Besonderes ist und dass man hier nie aus dem Staunen herauskommt. Es ist kein Wunder, dass diese Stadt Individualisten, Dichter und Schriftsteller in Scharen anzieht. Das faszinierende an dieser Stadt ist nicht ihre Schönheit, sondern die Wahrhaftigkeit und das liebenswürdige Chaos. Jede Gasse, jeder Cerro im historischen Stadtkern versprüht einen gewissen Charme. An vielen Stellen ist es schön zu verweilen, während man im gleichen Augenblick weiter umherstreifen möchte, um Neues zu entdecken. Es ist sehr einfach in Valparaíso, das Schöne im Kleinen zu erkennen und den Moment zu genießen.  Man möchte sich gänzlich öffnen und gleichzeitig aber auch tief in sich gehen, alles aufnehmen und nichts vergessen.

Ich würde empfehlen, wenigstens 2-3 Tage in Valparaíso einzuplanen. Wer die Zeit findet, der sollte auch das Haus von Pablo Neruda (La Sebastiana) besuchen und von der Avenida Alemania bei Nacht und Vollmond die Aussicht auf die Stadt bestaunen. An dieser Stelle empfehle ich auch einen Tagesausflug ins schnöselige Viña del Mar. Man kann Valparaiso von Santiago de Chile aus alle 20 Minuten sehr bequem mit dem Bus erreichen, das Ticket kostet etwa 2.500 Pesos und die Fahrt dauert 2-3 Stunden.

 

 

 

Hat dir dieser Artikel denn gefallen oder sogar geholfen? Wenn ja, dann teil´ ihn doch =)

Weitere allgemeine Infos über Chile findest in auf dieser Seite mit allen Reiseberichten und im Artikel Backpacking in Chile – der Komplett-Guide.

Folge mir auf Facebook

In den Newsletter eintragen und einen kostenlosen Spanisch-Sprachführer abstauben =)

3 Trackbacks & Pingbacks

  1. Spanisch in Chile – adventureluap.de
  2. Pula, die römische Hafenstadt an der Adria – adventureluap.de
  3. Backpacking in Chile - der Komplettguide für Backpacker

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Close