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Puno, das „Sibirien von Peru“ am Titicacasee

Die wichtigsten Informationen für Backpacker und Abenteurer

Puno liegt im Süden von Peru am Titicacasee. Es lassen sich hier sehr schöne Ausflüge zum Titicacasee unternehmen, die Inseln auf den hochgelegenen See sind wunderschön. Außerdem ist auch ein Abstecher nach Bolivien möglich.

 

Puno, Peru – Die Folklore-Hauptstadt am Titicacasee

Puno liegt im Süden von Peru am spektakulären Titicacasee auf 3.800 m Höhe im Andenhochland. Der Titicacasee verkörpert übrigens den nördlichen Teil der Hochebene des Altiplano und ist Hauptziel der meisten Touristen, die Puno besuchen. Der Titicacasee ist außerdem der am höchsten gelegene kommerziell schiffbare See weltweit.  Vor allem die Inseln im Titicacasee sind ein beliebtes Reiseziel und üben eine hohe Anziehungskraft aus.

Die Universitätsstadt Puno gilt außerdem auch als die Folklore-Hauptstadt von Peru. Viele der traditionellen Tänze in Peru kommen nämlich aus der Region um Puno. Fast monatlich finden in Puno Festivals statt, die wildesten und buntesten werden dabei Anfang November und Anfang Februar ausgetragen.

 

Puno – ein Stück ursprüngliches Peru

In der näheren Umgebung von Puno finden sich auch einige der ergiebigsten Silberminen des Landes, daher wird Puno auch als „Stadt des Silbers“ (Ciudad de la plata) bezeichnet (wikipedia). Die Stadt ist ursprünglich von den Spaniern gegründet worden, nachdem man die Silbervorkommen entdeckt hat.

Wenn man mit Peruanern über Puno spricht, so rufen sie oft „que frío“ („wie kalt“). Puno gilt als das Sibirien von Peru, doch tatsächlich ist das Klima mit dem Aprilwetter in Mitteleuropa vergleichbar.

Puno ist keine schillernde Touristen-Stadt. Dafür aber verkörpert Puno noch ein Stück ursprüngliches Peru. Der Markt von Puno gilt als einer der autenthischsten des Landes. Überall in Puno verkaufen Indigenas Textilien aus Alpaka- und Vicuña-Wolle (Vikunja) zu sehr günstigen Preisen: Pullover, Handschuhe, Socken,….

Puno Peru Titicacasee
Eine Marktfrau in Puno in typischer Tracht

 

 

 Puno in Peru – Hinkommen und Weiterreise

Am einfachsten erreichst du Puno per Bus. Empfehlenswerte Busgesellschaften wären zum Beispiel Cruz del Sur und Tepsa. Auch auf der Seite von Busportal kannst du dir ein Ticket buchen.

 

Arequipa – Puno (6-8 h)

Puno – Cusco (7 h)

Puno – Copacabana (3.5 h + Dauer der Grenzkontrolle)

Aufgrund der spektakulären Landschaften mit wunderbaren Ausblicken auf die Gebirgsketten der Anden, auf verschlafene andine Dörfer und archäologische Stätten reisen viele Touristen in einem komfortablen Zug oder auch mit einem touristischen Bus von Puno nach Cusco. Fahrten mit dem „Andean Explorer“-Zug können bei Perurail.com gebucht werden (>100 US$).

Der Zug ist luxuriös und besitzt außerdem einen Panoramenwaggon. Beachte dabei, dass der Zug nicht täglich fährt. Der touristische Reisebus stellt eine preisgünstigere Alternative dar, unterwegs legt der Bus auch einige Stops bei besonderen Attraktionen ein.

 

An dieser Stelle noch eine kleine Übersetzungshilfe für die Buchungen:

  • Ciudad de Origen: Abfahrtsort
  • Ciudad de Destino: Zielort
  • Fecha ida/salida: Tag der Abfahrt
  • Fecha regreso/retorno: Tag der Rückkehr

 

Hostels in Puno

  • Cozy Hostel (Av. Titicaca 144-B)
  • Lucky your House Hostel (Av. Titicaca 144)
  • Inka´s Rest (Pasaje San Carlos 158): auf Backpacker spezialisiertes Hostel

 

Unternehmungen und Sehenswürdigkeiten in Puno

 

Die Kathedrale von Puno

Die Kathedrale an der Plaza de Armas ist eines der wenigen sehenswerten Bauwerke in Puno. Vor allem das Eingangsportal ist mehr als sehenswert. Das Innere der Kathedrale fällt im Vergleich zu zahlreichen anderen Kirchen in Peru erstaunlich schlicht aus. Dennoch ist der versilberte Altar einen Blick wert =).
Im Umkreis der Plaza sind viele Indigena-Frauen unterwegs, sie verkaufen Pullover und andere Kleidungsstücke aus Alpaka-Wolle zu sehr niedrigen Preisen. Ich selbst habe einen sehr warmen Pullover für ~40 Soles gekauft.

Puno Peru Kathedrale
Die schöne Kathedrale von Puno. Quelle: Wikipedia.

Mercado Bellavista in Puno

Der Markt von Puno gilt als einer der authentischsten in Peru. Hier bieten Indígenas mit langen schwarzen Zöpfen und weiten Röcken alles an, was das Herz des Einheimischen begehrt: Obst und Gemüse, Textilien aus Alpaka (für die Touristen) und natürlich Kartoffeln.
Peru gilt als das Ursprungsland der Kartoffel, hier gibt es mehr als 3.000 Kartoffelsorten.

Puno Peru Mercado Bellavista
Frisches Obst am Mercado Bellavista von Puno

 

Der Hausberg Huaisapata in Puno

Der Huaisapata gilt als der Hausberg von Puno, hier hast du einen schönen Ausblick auf Puno und den tiefblauen Titicacasee. Allerdings ist der Aufstieg nicht ganz ungefährlich. Ich empfehle dir, dich zuerst im Hostel nach der aktuellen (Sicherheits-)Lage zu erkundigen.

 

Uro-Inseln im Titicacasee

Eine Tour zu den schwimmenden Inseln (Islas flotantes) der Uros zählt zu den Klassikern in Puno. Eine Tour dauert 3-4h und kostet ~15 Soles, aufgrund der vielen Anbieter sind die Preise sehr niedrig. Leider gelten die Uros mittlerweile als ausgestorben. Die Uro sollen die schwimmenden Inseln errichtet haben, um den Wohnrechts-Tribut der Inka nicht zahlen zu müssen. Bei der Tour kannst du einen Eindruck erhalten, wie die Bewohner früher auf den Inseln gelebt haben. Du kannst einen Blick in die sehr einfachen Behausungen werfen und dir wird auch gezeigt, wie die Schilfinseln konstruiert bzw. regelmäßig erneuert werden. Teilweise ist die Tour sehr touristisch und erinnert an eine reine Verkaufsveranstaltung.

Puno Peru Uro-Inseln
Die Schilfinseln der Uro

 

Die Grabtürme Sillustani

Eine Halbtagestour zu den Grabtürmen von Sillustani am Umayosee kostet ~30 Soles. Es handelt sich um Rundtürme auf der Umayo-Insel und der Halbinsel Sillustani, die Türme werden auch Chullpas genannt.

Das Konstruktionsprinzip ist denkbar einfach: im Inneren des Kernes liegen Nischen bzw. Höhlen, die als Gräber dienten. Der Kern selbst besteht aus Bruchsteinen, diese werden durch Mörtel zusammengehalten. Der Mantel besteht aus behauenen Blöcken und umgibt den Kern.

Ursprünglich handelt es sich um einen Brauch der Tiahuanacos, die Inka übernahmen nach einer Eroberung des Gebietes den Begräbniskult. Die Chullpas erreichen teilweise über 10 m Höhe, auch die umliegende Landschaft des Altiplano ist sehr beeindruckend.

Puno Peru - die Grabtürme von Sillustani
Ein Chullpa im Querschnitt

 

Puno Peru Umayo
Ein Begräbnisturm (Chullpa) der Inka-Kultur

 

Puno Peru
Der Umayo-See

 

Die Inseln Taquile und Amantani im Titicacasee

Beide Inseln auf dem Lago Titicaca sind wunderschön. Es werden sehr viele verschiedene Touren zu den Inseln angeboten, es können auch beide Inseln z.B. mit einer Zweitagestour besucht werden (~30-40 US$).

Die Isla Taquile ist in erster Linie bekannt durch ihre strickenden Männer, den hier hergestellten Textilien wurde im Jahr 2006 der Status als UNESCO-Weltkulturerbe verliehen. Auf der Isla Amantani kannst du sehr schöne Inka-Ruinen besichtigen.

Die Landschaften am Lago Titicaca sind atemberaubend, gegen ein geringes Entgelt (~20 Soles) kannst du nach vorheriger Absprache mit dem Anbieter auch auf einer der beiden Inseln bei einer Familie übernachten. Schön ist es, dass die Inseln noch untouristisch sind, es gibt hier kein Hotel oder Hostel. Es herrschen sehr einzigartige Bedingungen, um das Leben der Bevölkerung kennen zu lernen.

Puno Peru Taquila Insel
Anlegestelle an der Isla Taquile

 

Chucuito

Chucuito ist ein kleines Dorf südöstlich von Puno am Lago Titicaca. Hier wurde der Tempel Inka Uyo durch die Inka-Kultur errichtet („phallischer Tempel von Chucuito“). Es gibt Vermutungen, dass die Anlage astronomischen Beobachtungen gedient hat. Das Dorf selbst hat eine hübsche Plaza, auch die Kirche „Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción“ ist sehenswert. An der Plaza erhebt sich eine Säule, ein Symbol für Recht und Gesetz während der Kolonialzeit. Der Preis für eine Tagestour sollte unter 50 Soles liegen. Oft erfolgt im Rahmen einer Tour auch die Weiterfahrt nach Juli südöstlich von Chucuito. Juli besitzt eine wunderschöne Kirche, die „Iglesia San Pedro“ an der Plaza de Armas. Nicht zu vergessen auch die schöne Landschaft am Titicacasee.

 

Essen und Ausgehen in Puno, Peru

Zahlreiche Restaurants finden sich in der Straße Jr. Lima, südlich vom „Parque Pino“. Auch in den Nebenstraßen der Jr. Lima finden sich zahlreiche gute Restaurants. In Puno kann ich dir vor allem auch Pizza sehr empfehlen:

Puno Peru - Pizza essen
Pizza ist in Puno sehr zu empfehlen.

 

Diskotheken und Clubs finden sich vor allem im Umkreis der Plaza de Armas. In der Jr. Lima zum Beispiel (die Straße beginnt an der Nordseite der Plaza de Armas) befinden sich einige Bars:

  • Positive Rock Reggae Bar
  • Inca-Bar und die
  • Karaoke Bar.

Einige weitere Möglichkeiten gibt es östlich der Plaza de Armas an der Av. Del Puerto.

 

Sicherheit in Puno, Peru

Die meisten Städte und Dörfer im Andenhochland sind arm und das trifft auch auf Puno zu. Die Sicherheit hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht, dennoch solltest du vorsichtig sein und die Sicherheitsregeln beachten.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Busfahrten nach Arequipa, denn bei diesen kam es schon öfter zu Unfällen. Ich würde dir ohnehin empfehlen, dich immer an bekannte und vertrauenserweckende Busgesellschaften zu wenden.

 

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8 Kommentare zu Puno, das „Sibirien von Peru“ am Titicacasee

  1. Sehr schöner und informativer Artikel.
    Da bekomme ich gleich Lust einen Flug zu buchen und meinen Rucksack zu packen.
    Weiter so! 🙂

    Lieben Gruß,
    Sarah

  2. Toll geschrieben und sehr inspirierend! Die Schilfinseln sind ja echt der Wahnsinn, diese Tour würde ich auch gerne einmal mitmachen. Bitte mehr von solchen Artikeln! VG Mary von Wolkenglobus

    • Hi Mary. Es freut mich, wenn dir der Artikel gefällt =). Ja, die Tour zu den Schilfinseln war sehr interessant. Ich kann sie dir auch empfehlen, zumal sie wegen der vielen Anbieter auch ziemlich preiswert ist.

  3. Ich habe bisher noch gar nichts von Puno gehört, aber nun steht es definitiv auf meiner Südamerika-Liste! Dann gehört die Tour auf jeden Fall auch dazu! Insgesamt ein schöner Beitrag mit tollen Bildern! Bitte mehr davon 🙂

    Grüße aus Berlin

  4. Sehr schöner Artikel.
    Jetzt fällt mir auf, dass ich was verpasst habe, als ich in Copacabana war. Die Islas flotantes…
    Ist es wirklich so touristisch?

    Vielen Dank für diese Info.
    Liebe Grüße Eve

    • Hallo Eve. Es freut mich wenn dir der Artikel gefällt :). Also ich empfand die Tour zu den Islas flotantes als sehr touristisch. Aber dafür war der Ausflug unglaublich interessant!

      Paul

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. La Paz, die Metropole in luftigen Höhen – adventureluap.de

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