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Die Katakomben von Paris – im Reich der Toten

paris katakomben
Die unterirdischen Katakomben von Paris

Die Katakomben von Paris befinden sich rund 20 Meter unter der Erde, es handelt sich um das größte Beinhaus der Welt. Nach den Eiffelturm sind die Katakomben wohl mit die am häufigsten besuchte Sehenswürdigkeit in der französischen Hauptstadt. Ursprünglich handelte es sich um einen Kalksteinbruch, welcher später in ein Massengrab umfunktioniert wurde. Ein kurzer Reisebericht. 

 

Die Katakomben von Paris sind ab 10 Uhr morgens geöffnet. Sonja, Tess und ich reihen uns aber schon um 09:15 in die Warteschlange ein unweit der Station Denfert-Rochereau. Die Katakomben zählen tatsächlich zu den Sehenswürdigkeiten in Paris mit den längsten Wartezeiten. Aus Sicherheitsgründen dürfen sich zu keinem Zeitpunkt mehr als 200 Personen in den Katakomben aufhalten und das führt natürlich vor allem an Wochenenden zu langen Warteschlangen. Mit Wartezeiten von bis zu mehr als 2 h ist zu rechnen. Übrigens ist es seit dem Sommer 2016 möglich, sich die Tickets bei Getyourguide online zu bestellen.

Wir waren bereits gestern da gewesen, doch da erschien uns die Warteschlange einfach zu lang. Heute ist vor uns die Schlange bis zum Eingangsbereich 50 Meter lang. Tess und ich gehen noch kurz zu einer Bäckerei, um das Frühstück einzukaufen.

paris katakomben
Die Bäckerei Paul

 

Es gibt Brötchen und Croissants, ich selbst entscheide mich für eine Pizza. Eigentlich sollte die Pizaa für den ganzen Tag reichen, doch nach nur 10 Minuten habe ich sie aufgegessen. Der Himmel ist leicht bewölkt, es weht eine leichte Brise. Später wird die Schlange kürzer und kürzer, schon bald stehen wir unmittelbar vor dem Eingang. Kurz nach 10 Uhr bezahlen wir den Eintritt und steigen eine Wendeltreppe hinab.

Es ist auch möglich, sich einen Audio-Guide auszuleihen. Es werden außerdem Touren auf Englisch und Französisch angeboten.

 

Die Geschichte der Katakomben – vom Kalksteinbruch zum Bunker

Am Ende der Wendeltreppe liegt ein Raum mit diversen Info-Tafeln über die Katakomben von Paris. Es ist sogar auch eine geologische Karte dabei.

Ursprünglich waren die Pariser Katakamben ein Kalksteinbruch. Die Fassaden zahlreicher Gebäude in Paris bestehen aus Kalkstein oder Travertin. Bereits zu Römerzeiten ist hier Kalkstein abgebaut worden. Die Quader für das Notre Dame und auch für das Louvre stammen von hier.

Später war der Abbau nicht mehr lohnend und die unterirdischen Gänge gerieten in Vergessenheit. Im 18. Jahrhundert stürzten jedoch am Seine-Ufer mehrere Häuser ein und so kam ein königlicher Inspekteur auf die Idee, die Steinbrüche als „unterirdisches Beinhaus“ zu nutzen. Die Friedhöfe von Paris waren vollkommen überfüllt, Seuchen und Hungersnöte taten ihr übriges.

Die Gebeine von rund 6 Millionen Toten wurden also in die Unterwelt transportiert und so sind die ehemaligen Kalksteinbrüche heute das größte Beinhaus der Welt. Später dienten die Katakomben als Bunker. Rebellen der Französischen Revolution nutzten die Tunnel als Versteck und später errichteten die Deutschen hier auch einen unterirdischen Bunker.

paris katakomben bunker
Es ist leicht vorstellbar, dass die Pariser Katakomben als Bunker gedient haben.

 

Arrête! C’est ici l’Empire de la Mort! – Stopp! Hier ist das Reich der Toten!

Vor den eigentlichen Katakomben siehst du das Schild „Arrête! C’est ici l’Empire de la Mort“ – das heißt so viel wie „Stopp! Hier ist das Reich der Toten!“.

Hier betrittst du also das schaurige Beinhaus. Es ist ein makaberes Gefühl, wenn sich rechts und links die Gebeine von Millionen Toten stapeln. Die Knochen und Schädel wurden für eine erhöhte Stabilität sorgfältig arrangiert – teilwese ergeben sich sogar geometrische Formen und Muster.

Die Knochenreihen stapeln sich zwischen stabilisierenden Balken bis knapp unter die Decke, der Gang ist dabei rund 2 Meter hoch. Die Augenhöhlen unzähliger Schädel sind auf mich gerichtet. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, von so vielen Gebeinen umgeben zu sein. Die schaurige Szenerie wird durch das spärliche Licht noch verstärkt.

Der Rundgang ist rund 2 km lang. Verschiedene Schautafeln verraten, von welchen Friedhöfen die Knochen stammen. Sonja und ich benötigen rund 35 Minuten für den Rundgang.

Die Knochen stapeln sich fast bis zur Decke
Die Knochen stapeln sich fast bis zur Decke

 

paris katakomben eindrücke
Die Arrangement der Knochen in den Katakomben von Paris

 

Interessante Formation in den Pariser Katakomben
Interessante Formation in den Pariser Katakomben

 

 

Allgemeine Informationen zu den Pariser Katakomben

Hier gibts allgemeine Informationen über die Katakomben von Paris.

Lage/ Metrostation der Pariser Katakomben

Der Eingang zu den Katakomben befindet sich direkt am Platz Denfert-Rochereau bei der gleichnamigen Metro-Station. Die genaue Adresse heißt 1 Avenue du Colonel Henri Rol-Tanguy, 75014 Paris.

 

Die Öffnungszeiten der Katakomben

Die Katakomben sind dienstags bis sonntags von 10:00 bis 20:30 geöffnet. Die Kassen schließen um 19:30. Montags sind die Katakomben ebenso wie an Feiertagen (1. Mai und 15. August) grundsätzlich geschlossen.

 

Eintrittspreise für die Katakomben

  • Erwachsene: 12 €
  • Jugendliche (jünger als 26 Jahre): 10 €
  • Behinderte mit Begleitperson: Eintritt gratis

Für den Audioguide (auch in Deutsch) müssen am Eingang 5 € bezahlt werden. Wenn du nicht anstehen möchtest, dann kannst du auch „ohne anstehen Tickets“ online kaufen für 27 €. Der Audioguide wäre dann mit inklusive.

 

 

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